Ein Portfolio statt eines einzelnen Verfahrens

In der industriellen Bildverarbeitung bestimmt die Prüfaufgabe das bildgebende Verfahren — nicht umgekehrt. QuaVis kombiniert dafür die gesamte Bandbreite verfügbarer Kameratechnik, Optik und Beleuchtung und stellt sie für jede Anwendung neu zusammen.
Kein einzelnes bildgebendes Verfahren deckt alle Prüfaufgaben ab. Ein Riss auf einer matten Gussfläche, ein Gewindefehler an einer glänzenden Schraube, eine Formabweichung im Mikrometerbereich und die lückenlose Kontrolle einer durchlaufenden Bahn stellen jeweils andere Anforderungen an Sensor, Optik und Licht. QuaVis begegnet dieser Vielfalt nicht mit einem Standardsystem, sondern mit einem Portfolio, aus dem für jede Aufgabe die passende Kombination gewählt wird.
Praktisch heißt das: vier Klassen bildgebender Verfahren, die sich in Auflösung, Geschwindigkeit und Informationsgehalt ergänzen. Welche zum Einsatz kommt, entscheidet das Teil — nicht der Gerätekatalog.
Standard-Flächenkameras
Flächenkameras sind der Ausgangspunkt der meisten Inspektionen. Sie erfassen ein vollständiges Bildfeld in einer Aufnahme — im Auflicht für Oberflächenmerkmale, im Durchlicht für Konturen und Maße. Das Spektrum reicht von kompakten Sensoren bis zu Modellen mit 64 Megapixeln und mehr, wenn feine Details über ein großes Sichtfeld aufgelöst werden müssen.


Zeilenkameras
Zeilenkameras nehmen das Prüfteil Zeile für Zeile auf, während es sich unter der Kamera bewegt oder rotiert. So entstehen verzeichnungsarme Bilder nahezu beliebiger Länge — ideal für Endlosbahnen und für rotationssymmetrische Teile, deren Mantelfläche zu einem ebenen Bild „abgewickelt“ wird.

Scanner
Für große oder gewölbte Oberflächen kommen Scanverfahren zum Einsatz, bei denen Sensor und Teil in kontrollierter Relativbewegung zueinander stehen. Sie erfassen Flächen, die ein einzelnes Kamerabild nicht in ausreichender Auflösung abdecken würde, und liefern eine gleichmäßige Ausleuchtung über den gesamten Erfassungsbereich.

3D-bildgebende Verfahren
Wo die Höhe eines Merkmals über Gut oder Schlecht entscheidet, reicht ein 2D-Grauwertbild nicht aus. 3D-Verfahren messen die Topografie der Oberfläche und machen Prägungen, Vertiefungen, Verzug und Koplanarität als echte Höhenwerte auswertbar — weitgehend unabhängig von Kontrast und Farbe.

Eigene Hardware und Fremdkomponenten frei kombiniert
Die Wahl der Kamera ist nur ein Teil der Lösung. QuaVis kombiniert eigene Hardware mit Komponenten unterschiedlicher Hersteller und legt jedes System entlang der Prüfaufgabe aus, statt es an ein festes Sortiment zu binden. Das gilt auch für die Optik: Sie reicht vom preisgünstigen Objektiv für unkritische Aufgaben bis zur telezentrischen Hightech-Optik, die für maßhaltige Messungen eine verzeichnungsarme, abstandsunabhängige Abbildung liefert.
Entwicklungstiefe, wo Standard nicht reicht
Wo Standardkomponenten an ihre Grenzen kommen, entwickelt und fertigt QuaVis selbst — damit Kamera, Licht und Steuerung als abgestimmtes System arbeiten und nicht als lose gekoppelte Einzelteile.
- Eigene Beleuchtungen — bei Bedarf anwendungsspezifisch gefertigt, abgestimmt auf Geometrie, Material und Fehlerbild.
- Eigener Linux-basierter Controller — der QuaVis-Controller verbindet Bildverarbeitung und Mechanik in Echtzeit, vom Auswerteergebnis zur Aktion.
- Eigene Blitzsteuerung — synchronisiert Beleuchtung und Bildaufnahme exakt zum Takt, Voraussetzung für scharfe Bilder bei hoher Teilegeschwindigkeit.
Zugeschnitten statt zugekauft
Welche Kombination aus Sensor, Optik, Licht und Auswertung sinnvoll ist, ergibt sich aus dem Teil, dem Fehlerbild und der geforderten Taktzeit. Weil QuaVis alle vier Verfahrensklassen beherrscht und eigene Hardware bei Bedarf ergänzt, lässt sich die Bildgebung genau auf die Aufgabe zuschneiden — vom einfachen Sichtprüfplatz bis zur Inline-Inspektion mit 2.000 Teilen pro Minute bei Genauigkeiten bis in den Mikrometerbereich.
Sehen Sie, welche Bildgebung zu Ihrer Prüfaufgabe passt — sprechen Sie mit unseren Ingenieuren.